Vermeiden Sie, unerwünschte Arten von Haustieren in die Natur zu verbreiten

Vermeiden Sie, unerwünschte Arten von Haustieren in die Natur zu verbreiten

Viele Menschen in Österreich halten Haustiere, die ursprünglich aus anderen Teilen der Welt stammen – Fische, Schildkröten, Vögel, Pflanzen oder kleine Reptilien, die in unserer heimischen Natur nicht vorkommen. Sie bereichern unser Zuhause, können aber zur Gefahr werden, wenn sie in die freie Natur gelangen. Eingeschleppte Arten können heimische Tiere und Pflanzen verdrängen, Krankheiten verbreiten und ganze Ökosysteme verändern. Deshalb ist es wichtig, als Tierhalter Verantwortung zu übernehmen und zu verhindern, dass eigene Tiere oder Pflanzen in die Natur entweichen.
Warum ist das ein Problem?
Wenn eine Art, die in Österreich nicht heimisch ist, in die Natur gelangt, kann sie sich dort unter Umständen stark vermehren. Manche Arten haben hier keine natürlichen Feinde und können sich daher unkontrolliert ausbreiten. Ein bekanntes Beispiel ist die Rotwangen-Schmuckschildkröte, die früher häufig als Haustier verkauft wurde. Viele Halter setzten sie aus, wenn sie zu groß wurde – heute findet man sie in mehreren österreichischen Gewässern, wo sie heimische Amphibien und Vögel bedroht.
Auch Aquarienpflanzen und Zierfische können Probleme verursachen. Einige Arten überleben erstaunlich gut in heimischen Teichen und Flüssen, wo sie sich ausbreiten und das ökologische Gleichgewicht stören. Selbst kleine Schnecken oder Pflanzenreste aus einem Aquarium können eine ungewollte Ausbreitung starten.
Was sagt das Gesetz?
Es ist in Österreich verboten, Tiere oder Pflanzen in die Natur auszusetzen, wenn sie dort nicht heimisch sind. Diese Regel gilt für alle Haustiere, Aquarienfische, Terrarientiere und Pflanzen. Verstöße können mit Geldstrafen geahndet werden – vor allem aber können sie der Natur langfristig schaden.
Informationen zu verbotenen oder problematischen Arten finden Sie auf der Liste invasiver gebietsfremder Arten des Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK). Dort ist ersichtlich, welche Arten nicht gehalten, gehandelt oder ausgesetzt werden dürfen.
Was tun, wenn Sie Ihr Haustier nicht behalten können?
Es kann vorkommen, dass man sich von einem Tier trennen muss – etwa weil es zu groß wird, zu viel Pflege braucht oder sich die Lebensumstände ändern. Doch das Aussetzen in der Natur ist niemals eine Lösung.
Bessere Alternativen sind:
- Kontaktieren Sie ein Tierheim oder eine Tierschutzorganisation, die bei der Vermittlung helfen kann.
- Fragen Sie im Zoofachhandel nach, ob das Tier zurückgenommen oder weitervermittelt werden kann.
- Suchen Sie online in seriösen Tierforen oder -gruppen nach erfahrenen Haltern, die ein neues Zuhause bieten können.
- Wenn das Tier krank ist oder nicht vermittelt werden kann, sprechen Sie mit einem Tierarzt über eine humane Lösung.
Das Wichtigste ist, dass das Tier nicht in der Natur landet, wo es leiden oder Schaden anrichten könnte.
Vorsicht mit Aquarienwasser und Pflanzenresten
Auch kleine Mengen Aquarienwasser können Schnecken, Eier oder Pflanzenteile enthalten, die in der Natur überleben. Beim Wasserwechsel sollten Sie das Wasser daher in den Abfluss gießen – nicht in den Garten, in einen Bach oder in den Gully. Pflanzenreste und Bodengrund gehören in den Restmüll, nicht auf den Kompost, wo sie weiterwachsen und sich verbreiten könnten.
Vorbeugung von Anfang an
Wer sich ein Haustier anschafft, sollte langfristig denken: Wie groß wird das Tier? Wie alt kann es werden? Kann ich ihm dauerhaft die richtigen Bedingungen bieten? Viele Probleme entstehen, weil Halter den Aufwand unterschätzen.
- Informieren Sie sich gründlich über die Bedürfnisse der Art, bevor Sie sie kaufen.
- Kaufen Sie nur bei seriösen, gesetzeskonformen Händlern.
- Vermeiden Sie Arten, die auf Listen invasiver oder potenziell problematischer Tiere stehen.
Mit einer überlegten Wahl schützen Sie sowohl Ihr Haustier als auch die heimische Natur.
Gemeinsame Verantwortung für unsere Umwelt
Haustierhaltung bedeutet nicht nur Fürsorge für das eigene Tier, sondern auch Respekt gegenüber der Umwelt, die uns alle umgibt. Jedes Mal, wenn wir verhindern, dass eine fremde Art in die Natur gelangt, schützen wir Österreichs Ökosysteme und die Arten, die hier heimisch sind. Ein wenig Achtsamkeit genügt – und sie macht einen großen Unterschied.









